Dieser erste Internationale Alpakastandard wurde während der ersten Ausbildungseinheit der International Alpaca Judging School in the Altiplano im Mai 2000 von den 16 Teilnehmern und den beiden Ausbildern Dr. Julio Sumar und Maggie Krieger entwickelt. Hier finden Sie die für den AZVD angepasste Version.

Vor mehreren Tausend Jahren durch die Incas zur Fasergewinnung domestiziert, zählt das Alpaka zu den ältesten Nutztierrassen der Welt. Zusammen mit Lamas, Vicunas und Gunacos gehören Alpakas zur Familie der Neuweltkameliden.
Außer in den Ursprungsländern Peru, Chile und Bolivien werden seit den achtziger Jahren Alpakas in den Vereinigten Staaten, Kanada, Australien, England und seit eingen Jahren auch auf dem europäischen Festland erfolgreich gezüchtet. Als Zuchtverband streben wir natürlich nach einheitlichen Standards, angelehnt an internationale Vorgaben. Zur Vereinfachung stellen wir Ihnen unsere Schätze anhand der Internationalen Standards für Huacaya und  Suri Alpakas, den zwei Unterarten welche sich hauptsächlich in der Faserart unterscheiden, vor.

Dieser erste Internationale Alpakastandard wurde während der ersten Ausbildungseinheit der International Alpaca Judging School in the Altiplano im Mai 2000 von den 16 Teilnehmern und den beiden Ausbildern Dr. Julio Sumar und Maggie Krieger entwickelt. Unter den Teilnehmern waren mehrheitlich sehr erfahrene Alpakarichter aus insgesamt 7 Nationen, die allesamt auch selber Alpakazüchter sind. Dieser Standard ist nicht festgeschrieben und soll weiterentwickelt und international angewandt werden.

 

Quelle: Alpaka Zucht Verband Deutschland AZVD (www.alpaka.info)

              Alpakastandard von Maggie Krieger

 

Allgemeine Erscheinung

Das ideale Alpaka hat ein quadratisches Erscheinungsbild mit vier starken Beinen. Es ist ein graziöses, wohl proportioniertes Tier, dessen Halslänge zwei Drittel der Rückenlänge entspricht und deren Beinlänge der Länge des Halses entsprechen. Es ist wohl bedeckt mit Fasern von Kopf bis zu den Zehenspitzen.

 

Höhe und Gewicht

Die Widerristhöhe des erwachsenen Alpakas beträgt nicht weniger als 85 cm und das Durchschnittsgewicht eines erwachsenen Alpakas liegt bei 60 kg.

 

Geringfügige Fehler

Geringere Größe mit weniger als 80 cm Widerristhöhe. Übergröße (größer 100 cm) mit Lamacharakteristiken.
 

Kopf

Der Kopf ist hübsch geformt von mittlerer Länge mit einer quadratischen Schnauze. Er trägt zwei aufrechte speerspitzenförmig geformte Ohren, zwischen denen sich ein voller Haarschopf (engl. "Bonnet" oder "Top Knot") befindet. Die Augen stehen leicht aus den Augenhöhlen hervor und sind groß und rund. Sie können verschiedene Schattierungen aufweisen, eingeschlossen schwarz (95% der Population), und der anderen akzeptierbaren Farbe, nämlich braun. Es gibt auch verschiedene Schattierungen von blauen Augen mit oder ohne farbigen Flecken. Die Kiefer passen gut aufeinander; die Schneidezähne des Unterkiefers treffen exakt auf die obere Dentalplatte. Die obere Lippe ist zentral geteilt und beweglich, um dem Tier mehr Geschicklichkeit zu geben, diverse Pflanzenteile aufzunehmen. Die Nase hat zwei wohl definierte, auffallende Nüstern. Dunklere Pigmentierung der Haut um die Schnauze und die Augen wird bevorzugt, sie geben zusätzlichen Schutz vor ultravioletter Lichtstrahlung. Suri haben eher eine spitz zulaufende Schnauze. Sie haben ein volles Haarbüschel auf dem Kopf, welches typischerweise in einer Ponyfrisur über die Stirn fällt. Suriohren sind ca. 2 cm länger als Huacaya-Ohren.


Bedeutende Fehler

Taubheit in blauäugigen Alpakas mit einem Mangel an Hautpigmentierung und weisser Faser. Verkümmerte Ohren ("Gopher Ears"). Überbiß und Unterbiß (4cm). Schiefes Gesicht ("Wry Face") mehr als 5°.

 

Geringfügige Fehler

Einen geraden Rand des Ohres oder ein Bananenohren-Typ (zeigt Lamamerkmale). Nach vorne gerichtete Ohren. Römische Nase (Lama-Tendenz). Schmaler Kopf. Zugewachsener Kopf (wenn Faser die Sicht von Alpakas behindert). Mangel an Pigmentierung um die Lippen und um die Augen.

Körper

Der Hals eines Alpakas ist gerade und aufrecht und geht reibungslos in den Rücken über, der in der Regel sehr leicht gebogen ist im Huacaya. Der Schwanz des Alpakas liegt am Körper an, der Winkel, in dem er am Körper liegt, beträgt ca. 60 Grad. Dies gibt dem Schwanz beim Alpaka einen bemerkenswert niedrigeren Sitz als der des Lamas. Die Brust sollte eine gewisse Breite aufweisen, um für ausreichende Kapazitäten beim Luftaustausch zu sorgen.


Bedeutende Fehler

Leistenbruch. Seitliche Wirbelsäulenverkrümmung.
 

Geringfügige Fehler

leichter Senkrücken, buckliger Rücken (convexe Anordnung der Wirbelsäule), U-förmiger Hals, seitliche Verkrümmung des Halses, unverhältnismäßige Länge des Halses (zu lang oder zu kurz).

Beine

Die Beine werden unterstützt durch vier zweizehige Füße. Jeder Zeh weist einen langen Zehennagel auf. Die Beine sollten gerade sein, und die Gelenke sollten entlang einer (gedachten) lotrechten Senkschnur angeordnet sein (hinter der Hüfte und vor der Schulter). Das Schulterblatt ist durch Muskelgewebe mit dem Brustkorb verbunden, aber sollte sich frei bewegen, während das Tier geht. Eine ledrige gepolsterte Membran schützt den Fuß.


Bedeutende Fehler

Starke Deformationen der Beinstellungen. Deplazierte Kniescheiben.


Geringfügige Fehler

Vorderbeine: leichte X-Beine, Kuhhässigkeit, angewinkelte Beine, abgesenkte Sprunggelenke,
Hinterbeine: leichte X-Beine, Sichelbeine, O-Beine, zu gestreckte Fesseln, abgesenkte Fesseln (Sprunglenke), schlecht gepflegte Zehennägel.

Gang

Eine freie gleitende Bewegung im Schritt ist charakteristisch für das Alpaka. Sein normaler langsamer Gang ist ein stabiler 4-Punkt-Schritt, wo jeder Fuß individuell bewegt und gesetzt wird. Bei einer höheren Geschwindigkeit hat das Alpaka einen Passgang, welcher ein 2-Punkt Passgang ist, wo die beiden Beine einer Körperseite zusammen bewegt werden.


Bedeutende Fehler

Exzessive Deformation der Gliedmaßen, welche sehr abnormale Bewegungen hervorrufen. Deplazierte Kniescheiben, welche abnormalen Schritt der Hinterbeine bewirken.

 

Geringfügige Fehler

Gelenke, welche in ihrer Anordnung seitlich oder mittig von der gedachten lotrechten Senkschnur abweichen. Gänge, welche mit der Deformation von Gliedmaßen assoziiert sind, wie "Winging", "Arching" (in Bögen laufen), "Rope Walking" (Seillaufen, jeder Fuß wird auf eine Linie gesetzt), "Throwing out" der Vorderbeine (kommt vor bei Rotation der Gelenke der Vorderbeine).

Weibliche Genitalien

Die Genitalien des weiblichen Alpakas liegen im Körper geschützt und sind daher nicht von außen sichtbar. Die Vaginalöffnung sollte durch den Schwanz wohl bedeckt sein, sollte nicht zu klein sein und sollte in einem vertikalen eher als in einem horizontalen Niveau liegen.

 

Bedeutende Fehler

Zu kleine Scheidenöffnung. Zwitter. Das Fehlen eines jeden Teiles des Fortpflanzungsapparates. Horizontal gelegene Scheidenöffnung. Umgekippte Klitoris.

Männliche Genitalien

Der sichtbarste Teil des männlichen Geschlechtsorgane sind die Hoden, welche sich unter dem Schwanz befinden, welcher sie bedeckt. Der Hodensack ist relativ klein und enthält die Hoden, welche gleich groß sind. Der Penis ist ebenfalls ein externes Organ, welches sich unter dem Bauch zwischen den Hinterbeinen befindet. Die normale Größe von voll entwickelten Hoden beträgt 4 cm in der Länge und 2,5 cm in der Breite (erwachsener Alpakahengst).
 

Bedeutende Fehler

Zwitter. Kryptorchismus (einer oder beide Hoden sind nicht vollständig in den Hodensack abgestiegen). "Ectopic" Hoden (diese Hoden befinden sich außerhalb der Bauchhöhle unter der Haut, manchmal wandert ein Hoden das Bein hinunter).
Zu harte oder zu weiche Konsistenz der Hoden. Hoden mit Zysten.
Ein- oder beidseitige Hypoplasia der Hoden (Einer oder beide Hoden sind von abnormer Größe für das entsprechende Alter des Hengstes).

Faserfarbe

Das Alpakavlies kommt in einer Anzahl von unterschiedlichen Farbtönen der folgenden Farben vor: Weiss, braun, grau, rosagrau und schwarz. Das ideale Alpaka sollte einen einheitlichen und einfarbigen Farbton, der durch das gesamte Vlies sich hindurchzieht, aufweisen. Jedoch kommen jegliche Kombinationen der oben genannten Farben vor.

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